Reichenberg. Mit allerhand Prominenz aus der Landes- und Kommunalpolitik beging die Energieagentur Unterfranken am vergangenen Wochenende ihr 20jähriges Vereinsjubiläum im Gartensaal der Marktgemeinde Reichenberg. Neben zahlreichen Bürgermeistern aus ganz Unterfranken, sowie den Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib (SPD), Kerstin Celina (Grüne) und Felix Freiherr von Zobel (Freie Wähler) war die Schar der Gratulanten groß.  Reichenbergs Bürgermeister Christian Giese scherzte in seinem Grußwort zu Beginn, dass der Gartensaal der Marktgemeinde als Ort der Feierlichkeit ein gutes Omen sei, schließlich habe bislang noch jede Ehe gehalten, die er bis dahin eben hier geschlossen hat. Reichenbergs Bürgermeister ist – wie viele seiner Amtskollegen und -kolleginnen – allerdings auch erst seit dem 1. Mai dieses Jahres im Amt. Würzburgs Landrat, Thomas Eberth, hob in seinem Grußwort die wichtige Arbeit und Bedeutung der Energieagentur Unterfranken sowohl für seinen Landkreis, als auch für ganz Unterfranken, hervor. „Zum zwanzigsten Geburtstag ist man aus dem jugendlichen Alter nun herausgewachsen und kommt so langsam in die Entwicklungsphase des Erwachsenen und da wünsche ich der Energieagentur Unterfranken dass sich viele Menschen weiterhin so engagieren wie bisher“ so der Landrat, dessen Landkreis eng und vor allem im Bereich der Umweltbildung für Kindergarten- und Schulkinder, mit dem Geburtstagskind zusammenarbeitet. So haben sich die ursprünglich vor vielen Jahren im Landkreis Würzburg gestarteten „Klimaschutzaktionstage“ der Energieagentur Unterfranken mittlerweile schon in fünf weiteren Landkreisen etabliert.
Bewegte Vergangenheit – arbeitsintensive Zukunft
Die beiden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereines, Arne Kruft und Karlheinz Paulus, blickten auf bewegte Jahre zurück, „der Anfang, den Umweltschutz und das Umweltbewusstsein in die unterfränkischen Köpfe zu bekommen, war nicht leicht,“ so Kruft, der, als einer der Gründungsväter, sein „Baby“ aber auf einem sehr guten Weg sieht und mittlerweile hat sich der Gedanke der Nachhaltigkeit und eines bewussten Umgangs mit der Umwelt und ihrer Ressourcen, zum Glück bereits in vielen Handlungsabläufen und auch Köpfen, festgesetzt. Paulus gab einen kurzen Ausblick in die Zukunft und meinte, „im Idealfall wären wir in 20 Jahren nicht mehr da, das hieße nämlich, dass wir alles geschafft haben in puncto Nachhaltigkeit und Energiewende, aber realistisch betrachtet, werden wir das wohl nicht ganz packen.“ Somit kann die Energieagentur auf volle Auftragsbücher blicken, unterstützt unter anderem Kommunen in ganz Unterfranken bei der Kommunalen Wärmeplanung, schreibt Klimaschutzkonzepte für Landkreise und Kommunen, bietet ein umfangreiches Programm für das Gebäudeenergiemanagement an und zwar sowohl für Kommunen als auch alle anderen Institutionen mit entsprechenden Liegenschaften, schult Hausmeister im ganzen Regierungsbezirk und ist mit der Umweltbildung mittlerweile in vier Landkreisen Unterfrankens aktiv, sowie im benachbarten badischen Main-Tauber-Kreis und dem mittelfränkischen Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Neben der Vorstellung der unterschiedlichen Arbeitsbereiche der Energieagentur war Dr. Luzia Keupp von der Universität Würzburg eingeladen, um über die Klimaveränderungen in Unterfranken und deren Auswirkungen zu referieren. Die Zahlen, die sie lieferte, waren zwar nicht unbedingt geeignet, die Partystimmung zu erhöhen, das Gute allerdings ist, dass in vielen Gemeinden in ganz Unterfranken Themen wie der Klimaschutz und das Parieren entsprechender Auswirkungen weit oben auf der Agenda steht.
In die Schar der Gratulanten reihten sich natürlich auch viele Vereinsmitglieder ein, Klimaschutzmanager- und akteure aus ganz Unterfranken und dem benachbarten Main-Tauber-Kreis sowie einige der Gründungsväter der Energieagentur von vor 20 Jahren. Nach dem offiziellen Teil und einem kleinen Imbiss mit offener Gestaltung, standen alle Mitarbeiter für Fragen ihre Arbeitsbereiche betreffend zur Verfügung, es wurde ein kleiner Umweltbildungsworkshop abgehalten und am Nachmittag rundete eine vereinsinterne Zukunftswerkstatt und ein gemeinsames Abendessen den langen aber erfolgreichen Geburtstag der Energieagentur Unterfranken ab.

 

Link zum Bericht von TV Mainfranken: Filmbeitrag

 

Die beiden Vorsitzenden mit ihren Geschenken – zum Juiläum gab es Liegestühle von der Belegschaft und auf dem anderen Bild geht Mittelsinns Bürgermeister Philipp Kuhn „ein Licht auf“ – er nahm am kleinen Energieworkshop der Umweltbildung teil.