„Nach der Hitze ist vor der Hitze“

Warum Unterfrankens Kommunen die Hitzevorsorge jetzt angehen sollten

Ein weiterer Sommer mit langen Hitzeperioden und ausgetrockneten Böden liegt hinter uns. In vielen Kommunen Unterfrankens war das deutlich zu spüren: gestresste Grünflächen, spürbare Belastungen für ältere und kranke Menschen, Diskussionen um Wasserknappheit, überhitzte Innenstädte und Gebäude. Kaum ist die Hitze vorbei, ist die Versuchung groß, das Thema ruhen zu lassen – schließlich stehen Herbst und Winter vor der Tür.

Genau das wäre jedoch der falsche Moment. Denn eines ist so sicher wie der nächste Sommer: Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt – und mit ihr dieselben Herausforderungen, wenn jetzt nicht vorgesorgt wird.

Die kalte Jahreszeit ist die beste Zeit zum Planen

Die Erfahrungen aus einem heißen, trockenen Sommer sind unmittelbar danach am frischesten. Wer sie jetzt auswertet, kann die Erkenntnisse über den Winter in konkrete Maßnahmen überführen, statt im nächsten Frühjahr wieder unter Zeitdruck zu reagieren.

Checkliste: Der Sommer im Rückblick
> Welche Orte in der Kommune waren besonders hitzebelastet?

> Wo fehlten schattige Rückzugsorte oder Trinkwasserstellen?

> Wie gut hat die Kommunikation mit gefährdeten Gruppen – etwa in Pflegeeinrichtungen oder Kitas – funktioniert?

Genau hier setzt ein kommunaler Hitzeaktionsplan an: Er bündelt Zuständigkeiten, Frühwarnung, bauliche Maßnahmen und Kommunikationswege in einem Konzept, das im Ernstfall greift. Der Nationale Hitzeschutzplan von Bund und Ländern orientiert sich an den acht Kernelementen der WHO und empfiehlt Kommunen ausdrücklich eigene, lokal zugeschnittene Pläne. Zentrale Bausteine sind unter anderem:

– eine Bestandsaufnahme hitzebelasteter Orte und vulnerabler Gruppen,

– die Anbindung an das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes,

– Begrünung, Verschattung und Entsiegelung in der Bauleitplanung,

– ein Netz kühler Orte und Trinkwasserstellen,

– eine klar benannte Ansprechperson für Hitzeschutz in der Verwaltung.

Was sich gesetzlich tut

Auf Bundesebene gibt das Klimaanpassungsgesetz (KAnG), das seit dem 1. Juli 2024 in Kraft ist, erstmals verbindlich vor, dass Kommunen Klimaanpassungskonzepte erarbeiten. Auf bayerischer Seite regelt das Bayerische Klimaschutzgesetz (BayKlimaG) bereits die regelmäßige Fortschreibung der bayerischen Klima-Anpassungsstrategie; wie die Vorgaben des Bundesgesetzes konkret in Bayern umgesetzt werden ist noch in Arbeit.

Konkret geworden ist bereits die Förderseite: Mit der Förderrichtlinie Kommunaler Klimaschutz (KommKlimaFöR 2026), die vom 1. August 2026 bis 31. Dezember 2029 gilt, unterstützt der Freistaat unter anderem naturbasierte Beschattungen öffentlicher Plätze, Klimawälder und -parks, Dachbegrünung sowie Kühlbrunnen und Zisternen zur Klimaanpassung mit bis zu 50 Prozent der Ausgaben – kleine oder finanzschwache Kommunen erhalten noch höhere Sätze. Anträge stellen kommunale Körperschaften vor Vorhabenbeginn über die zuständige Regierung.

Für Kommunen heißt das: Wer jetzt schon eigene Grundlagen schafft – etwa mit einer Bestandsaufnahme und einem Hitzeaktionsplan –, muss später nicht unter Zeitdruck nachziehen, sobald die bayerische Umsetzung des Bundesgesetzes konkret wird, und kann parallel schon auf die neue Förderrichtlinie zugreifen.

Regionaler Bezug: Unterfranken ist besonders gefordert

Unterfranken – vor allem das Maindreieck rund um Würzburg, Kitzingen und Schweinfurt – zählt zu den niederschlagsärmsten Regionen Deutschlands. Die zunehmende Häufung von Hitzeperioden verschärft die Lage für Mensch, Landwirtschaft, Wald und Wasserhaushalt zusätzlich. Für die Städte und Landkreise Unterfrankens ist Hitzevorsorge deshalb keine ferne Zukunftsfrage, sondern eine konkrete Aufgabe der kommenden Monate. Viele Kommunen müssen dabei nicht bei null anfangen: Vorhandene Klimaanpassungs- oder Grünflächenkonzepte lassen sich um einen Hitzeaktionsplan sinnvoll ergänzen.

Die Energieagentur Unterfranken als Partnerin an Ihrer Seite

Als regionale Energieagentur begleiten wir Kommunen bereits bei Gebäudesanierung, Wärmeplanung und Klimaschutz – Hitzevorsorge gehört für uns dazu, von sommerlichem Wärmeschutz kommunaler Gebäude bis zur Einbindung von Hitzeschutz in bestehende Klimaschutzkonzepte.

Konkret heißt das: Wir erstellen Potenzialanalysen und Hitzekarten für Ihre Kommune, entwickeln daraus gemeinsam mit Ihnen ein Klimaanpassungskonzept oder einen Hitzeaktionsplan und moderieren die dafür nötigen Workshops und Ortsbegehungen mit Verwaltung, Pflegeeinrichtungen und Bürgerschaft. Dazu beraten wir Sie zu passenden Förderprogrammen – etwa der Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutz-Initiative, die auch die Erarbeitung von Klimaanpassungskonzepten unterstützt oder der KommKlimaFör – und begleiten Sie von der Antragstellung bis zur Umsetzung.

Wenn Ihre Kommune das Thema in den kommenden Monaten angehen möchte, sprechen Sie uns an. Gemeinsam schauen wir, welche Schritte sinnvoll und machbar sind, damit Unterfranken für die nächste Hitzewelle besser gerüstet ist.